MITMACHEN. NEUSTART MIT STEFAN NEPPL

Bewährtes weiterführen, Bestehendes auf den Prüfstand stellen

Arnbruck. Bürgermeisterkandidat Stefan Neppl konnte in einem übervollen Gastraum zur Vorstellung seines Wahlprogrammes und der Listenkandidaten der SPD/Parteifreie Bürger im Gasthaus Vogl (Hansol) viele interessierte Bürgern willkommen heißen. Zwei Stunden lauschten sie seinen sachlichen Ausführungen, was die letzten sechs Jahre geschehen sei, seit er im Gemeinderat ist, was die Herausforderungen der nächsten Jahre sein werden und was seine Ziele als Bürgermeister sind.

wahlveranstaltung hansol

SPD-Ortsvorsitzender Robert Trum begrüßte die Besucher und die anwesenden Gemeinderatsmitglieder, unter Ihnen Bürgermeister Hermann Brandl. Stefan Neppl stellte sich vor und beschrieb seinen bisherigen Werdegang: Familiär, beruflich und sein Engagement in verschiedenen Vereinen, bis hin zum Vorsitzenden des größten Arnbrucker Vereins, dem Sportverein mit rund 650 Mitgliedern.

In seiner Zeit seit 2014 im Gemeinderat konnte er vielerlei Eindrücke und Einblicke in die Kommunalpolitik und –finanzen gewinnen. Eine große Unterstützung dabei sei ihm Bürgermeister Hermann Brandl mit seinem umfangreichen Wissen und seinen weit verzweigten Kontakten, was er ihm auch weiter zusicherte.

Stefan Neppl, so seine eigenen Worte, stehe für einen Generationswechsel an der Spitze der Gemeinde. Er wolle mit den Kandidaten seiner Liste neue Ideen einbringen. Offenheit, Ehrlichkeit und ein respektvoller Umgang mit allen Bürgern seien ihm wichtig, genauso wie eine sachorientierte Kommunalpolitik für alle Ortsteile ohne Parteidenken, so wie es der derzeitige Bürgermeister praktiziere.
Er stellte den Besuchern die Auswertung der von ihm initiierten Bürgerbefragung vor (wir berichteten), die sich weitgehend mit den Vorstellungen der Listenkandidaten decken. Er gliederte seine Vorstellung in Gemeindeentwicklung, Infrastruktur und Soziales. Dabei ist die Ansiedlung eines Arztes für die Arnbrucker wichtig, ebenso die Ausweisung von Bau- und Gewerbegebieten, die Erweiterung des Kindergartens und die Erhaltung der Grundschule. Aber auch die Sanierung und Belebung des Ortskerns, gemeinschaftsfördernde Attraktionen, die Unterstützung des Vereinslebens und die Erhaltung des Hallenbades.

Bau- und Gewerbeflächen zu gewinnen, habe er in seiner fast sechsjährigen Gemeinderatsarbeit erfahren, sei derzeit nicht einfach. Aber utopische Preise für Bauland zu zahlen übersteige die finanziellen Möglichkeiten vieler ortsansässiger Bewerber. Hier müsse man alle Hebel in Bewegung setzen, um bezahlbaren Wohnraum und Gewerbeflächen zu schaffen. Dazu gehöre neben der konsequenten Schließung von Baulücken auch ein Lehrstandsmanagement, um lehrstehende Gebäude zusammen mit den Eigentümern mit neuem Leben zu füllen. Bei neu zu erschließenden Bauplätzen müsse die Abwicklung so geregelt werden, dass die Gemeinde beim Verkauf an die neuen Eigentümer möglichst viel Steuerungsmöglichkeit habe. Beim Ankauf müssten ebenso neue Wege gegangen werden, da die Vorbesitzer oft Landwirte seien und nur deshalb nicht verkaufen, weil dies zu hoch besteuert werde. Hier müsse man zum Beispiel auch über Erbpacht oder ähnliches nachdenken.

Das alte Rathaus sollte saniert und für eine öffentliche Nutzung vorbereitet werden, denn dafür gebe es zurzeit sehr hohe Zuschüsse. „Die Gemeinde sollte Räume vorhalten, so dass jederzeit ein Arzt darin eine Praxis betreiben könne“, so Neppl. Die Vergangenheit habe gezeigt, dass man nicht davon ausgehen dürfe, dass Ärzte ein Leben lang in einem Ort bleiben, und dass man sie auch nicht dazu durch irgendwelche Verträge dazu verpflichten könne.

Stefan Neppl begrüßte es sehr, dass sich ab 2021 ein Arzt in Arnbruck niederlassen wolle. Er bat den amtierenden Bürgermeister, aus erster Hand zu berichten. Dieser erläuterte, dass er selbst seit Jahren in Verhandlungen mit benachbarten Arztpraxen sei, in Arnbruck eine Filiale zu eröffnen. Allerdings hätte der Trubel der letzten Zeit um dieses Thema seine eigenen Verhandlungen gefährdet. „Man darf mit unausgegorenen Sachen nicht vorschnell in die Öffentlichkeit gehen, weil man sonst Verhandlungen gefährde und vieles zerredet werde“, so Brandl. Auch eigne sich dies nicht für ein Wahlkampfthema, „denn wir haben alle das gleiche Ziel“. Die größte Herausforderung sei es zurzeit, den Arztsitz zu erhalten. Arnbruck sei hier an den ärztlichen Versorgungsbereich Zwiesel gebunden. Er habe bereits vor Jahren, zusammen mit Landrat und Abgeordneten dafür gekämpft, dass Arnbruck zum Bereich Viechtach hinzugerechnet wird, weil hier Arztsitze frei sind, die genutzt werden könnten. Letztes Jahr wurde ein erneuter Versuch hierfür gestartet. Brandl stehe in ständigem Kontakt mit der Kassenärztlichen Vereinigung und wolle bei diesem wichtigen Thema nicht locker lassen.

Beim größten Ausgabeposten, dem Panoramabad begrüßte es Neppl ausdrücklich, dass sich Rita Röhl und die SPD-Fraktion im Kreistag für die finanzielle Unterstützung der drei Hallenbäder im Landkreis stark mache. Er hofft nun, dass die anderen Fraktionen das ebenfalls so sehen. „So nah am Ziel wie jetzt waren wir noch nie!“ In diesem Zusammenhang dankte er Bürgermeister Hermann Brandl, dessen jahrzehntelange unermüdliche Forderung nach Unterstützung für das Arnbrucker Bad, nun endlich Früchte tragen könnten.

Zu guter Letzt stellte Neppl noch die Gemeinderatskandidaten der Liste „SPD/Parteifreie Bürger“ einzeln vor, bevor er sich den wenig verbliebenen offenen Fragen des Publikums stellte.
Am Donnerstag, dem 06. Februar haben die Bürgerinnen und Bürger die nächste Gelegenheit, Stefan Neppl näher kennen zu lernen. Ab 19 Uhr wird er sich „auf da Wiad“ (Gasthof Wieser, Thalersdorf) erneut vorstellen und Fragen zu seiner Person und seinen Zielen beantworten.